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Geschichte

Sie fanden es gleichsam im Exil, in Maria Enzersdorf, wo ihnen der Gasthof Schiener - das heutige

  Ganz gewiss! Ein idealer Platz geradezu: die Stadt nicht zu groß - jeder kennt fast jeden - viele Schulen, die von jeher für Fechtnachwuchs sorgten, dazu viele Turnsäle und Sporthallen. Heute zumindest.

 

   Aber dem war nicht immer so. Wie die mittelalterlichen Fechtmeister - die meisten waren im Hauptberuf von Stadt zu Stadt wandernde Handwerker - so führten auch die Mödlinger Meisterfechter jahrelang ein unstetes Wanderleben.

 

   1952 war in der Turn- und Sportunion Mödling eine Fechtsektion gegründet worden. Franz Türk wurde der erste Sektionsleiter. „Das erste Trainingslokal war kein Turnsaal, sondern ein Klassenzimmer im Mädchengymnasium Eisentorgasse“, erinnert sich Herbert Mayerhofer, Fechter der ersten Stunde und ab 1954 Nachfolger  Türks.  Das  Training  leitete  der  Wiener Neustädter Diplomfechtmeister Rischka, den sich die Sektion - anfangs rund 15 Mitglieder - jedoch nicht lange leisten konnte. Ein Zufall kam den Mödlingern zu Hilfe. Oder war es eine Fügung des Schicksals?

 

   Den Maria Enzersdorfer Eduard Schwarzer, damals für den Wiener Fechtclub aktiv, zog es wieder in seine engere Heimat zurück. Schwarzer brachte das Können und die Routine mit, die den Mödlingern noch fehlte und so war es eigentlich ganz selbstverständlich, dass er nach kurzer Zeit auch das Training im Verein übernahm.

 

   Der war in der Zwischenzeit vom Mädchengymnasium in den »Blauen Saal« des renommierten Kaffeehauses Schachinger in der Hauptstraße übersiedelt Für wenige Jahre nur, dann gingen die Besitzer in Pension, aus dem Kaffeehaus wurde das noch vielen Fechtern bekannte »White Horse«. Sie selbst gingen wieder einmal fechten - um ein neues Quartier!

 

  Sie fanden es gleichsam im Exil, in Maria Enzersdorf, wo ihnen der Gasthof Schiener - das heutige

Hotel-Restaurant »Zur Kaiserkrone« - in seinem Tanzsaal Unterschlupf bot.

 

   Die erste Mödlinger Fechtgeneration muss ein Volk der Tänzer und Fechter gewesen sein. Binnen weniger Jahre wuchs sie zu Niederösterreichs stärkstem Fechtverein, sprengte auch größenmäßig den Rahmen einer kleinen Sektion. So kam es 1960 zur Trennung vom Stammverein, aus der Sektion der Turn- und Sportunion wurde die Fecht-Union Mödling!

 

   Das zweite Jahrzehnt

   Mit der Eigenständigkeit wuchs die Zahl der Mitglieder, verdoppelten sich die Erfolge, obwohl die erste Generation langsam abzutreten begann. Hansi Bruckmüller, Gertrud Kiss, Gerti Neuwirth, Hannerl Röhsel, Lore Schreiner, Regina Türk, Reini Fischer, Fritz Kellner, Fritz Knapp und Herbert Mayerhofer - sie hatten die ersten Landesmeistertitel für Mödling erfochten.

 

Dank Edi Schwarzers Arbeit verlief die Ablöse reibungslos: Helga Luser, Helga Treybal, Irene Neusser, Mirli Scheucher, Hermann Bittner, Peter Efferl, Wolfgang Held, Helmut Hugl und Hans Pleninger – um wiederum die Erfolgreichsten zu nennen - sie sollten für das nächste Jahrzehnt Niederösterrreichs Planchen beherrschen. Sie schafften aber auch als erste den Sprung in die österreichische Spitzenklasse: Wolfgang Held war es, der die erste Staatsmeisterschaftsmedaille errang und zusammen mit Peter Efferl, Horst Baumann, Gottfried Hofmann und Herbert Kühn auch die erste Mannschaftsmedaille erfocht. Intern zog sich das Duell der »siamesischen Fechtzwillinge« Efferl und Held im Degen und Florett über ein Jahrzehnt hin. Mit insgesamt 17 Landesmeistertiteln, die Mannschaftsbewerbe gar nicht eingerechnet, war Efferl der erfolgreichere. Wer wird jemals diese 17 Titel übertreffen?

 

   Im Damenflorett wurde aus dem anfänglichen Zweikampf Luser gegen Treybal durch Pia Stemberger schließlich ein Dreikampf.

 

   Ihren Elan bewiesen Mödlings Fechter aber nicht nur auf der Planche, sie stellten auch als Funktionäre ihren Mann. Unter der Führung von Hermann Bittner, Willi Breitwieser, Peter Efferl und Wolfgang Held war die Fecht-Union Mödling, inzwischen wieder aus dem Enzersdorfer Exil nach Hause zurückgekehrt, Ende der 60er Jahre zum größten Fechtklub Österreichs geworden. Über 300 Mitglieder drängten sich im Turnsaal des Gymnasiums in der Keimgasse und erzwangen schließlich die Übersiedelung in ein neues, größeres Trainingslokal: die Karl-Stingl-Schule!

 

   Dass der Klub zu jener Zeit in der lugend- und Juniorenklasse Österreichs stärkster Verein geworden war, kam nicht von ungefähr, sondern war das Ergebnis neuer Wege in Training und Vereinsstruktur gewesen. Der Grundstein dazu war in der Hinterbrühl gelegt worden. Dort hatten 1963 Dr. Hannsheinz Reinprecht, der Generalsekretär der SOS-Kinderdörfer und Frank Gobets einen Fechtklub ganz besonderer Art gegründet - einen Klub für Kinder! Fechttraining mit Volksschülern, das war ein eher unheiliges Experiment, das von fast allen Fachleuten abgelehnt, mit scheelen Blicken bedacht wurde: Fechten, das hat man traditionsgemäß erst mit 14 oder 15 Jahren zu beginnen! Das Experiment, das eher einer Revolution glich, lohnte sich - die Revolution fraß keineswegs ihre Kinder, sondern machte sie an der Klinge von Edi Schwarzer groß und stark! Mehr als die Hälfte der 30 blutjungen Anfänger schaffte In jahrelanger Arbeit den Aufstieg In die Spitzenklasse: Gerhard Klöbl und Christoph Reinprecht vor allem bei den Burschen. Noch besser wurden allerdings die Mädchen, die Jahre später für die großen Mödlinger Damenflorett-Erfolge sorgen sollten: Gaby Jahna, Katalin Szalachy, Margit Giller, Sissy Mieling, Gaby Schreihans, um wieder nur die Erfolgreichsten zu nennen.

 

   Das dritte Jahrzehnt

   1972 feierte der Klub nicht nur sein 20jähriges Bestehen, er setzte auch für den österreichischen Fechtsport völlig neue Maßstäbe. Sogar Bürgermeister Karl Stingl, dem Fechtsport In Mödling von Beginn an verbunden, war an der Spitze einer Gemeinderatsdelegation zur Pressekonferenz erschienen, in der Obmann Wolfgang Held die sportliche Ehe mit dem Mödlinger Bauunternehmer Klaus. Kiessler bekannt gab. Die Mitgift tat dem Verein gut, ließ ihn in Training und Organisation neue Wege gehen:

   • Als erster österreichischer Fechtklub verpflichtete die FU Mödling KIESSLERBAU einen eigenen Konditionstrainer Gunnar Prokop, der Jahre zuvor Gattin Liese In Mexico City zur olympischen Silbermedaille und In der Sudstadt zu einem phänomenalen Weltrekord im leichtathletischen Fünfkampf geführt hatte.

   • Auch eine Olympiasiegerin fand den Weg nach Mödling: Ellen Müller-Preis! Die Fechtlegende aus Wien, die 1932 in Los Angeles Gold, 1936 und 1948 in Berlin und London jeweils Bronze und dazu In den 50er fahren noch drei Weltmeister-Titel geholt hatte, nahm viele Spitzenfechter an ihre Klinge und verhalf ihnen durch ihre Beziehungen zu Turnierstarts und Trainingslagern Im Ausland.

 

   Aber auch das Ausland kam nach Mödling. Bereits 1958 hatten die Mödlinger - damals eine Sensation - eine Leningrader Auswahl empfangen, waren den Russen aber klar unterlegen. Städtekämpfe gegen Krakau und viele Fechtzentren in Deutschland folgten und ermöglichten so auch die ersten Auslandsstarts.

 

   In den 70er fahren wurde dann das »Wappen von Mödling«, jahrelang ein nationales Turnier, dank der Internationalen Kontakte der KIESSLERBAU-Fechter punkto Besetzung, punkto Leistung, aber auch punkto Aufmachung, zu einem Florett-Turnier der Extraklasse. Auf Österreichs erster, in Eigenregie von Richard Martin entworfener und gebauter Hochpiste feierten in Mödling Weltklasseathleten aus Deutschland und Polen Erfolge: Harald Hein und Thomas Bach aus dem deutschen Fechtmekka Tauberbischofshelm und Witold Woyda und Marek Dabrowski aus Warschau. Woyda, der erfolgreichste Florettfechter jener Jahre - er hatte 1972 In München olympisches Gold in Einzel und Mannschaft gewonnen - beendete sogar in Mödling, beim »Mödlinger Wappen«, 1973 seine großartige Karriere.

 

   Zwei Jahre später dann das bis dato erfolgreichste Jahr der Fecht-Union Mödling. Zu Ostern gewann Ingrid Losert, die Schwester des österreichischen Degen-Weltmeisters, in Mexico City die erste WM- Medaille für Mödling: Bronze bei der Juniorenweltmeisterschaft! Wenige Wochen später eroberten Linda Brems, Margit Giller, Gaby Jahna, Ingrid Losert und Sissy Mieling in Wien mit einem 9:5 gegen die FU Linz den ersten Mannschafts-Staatsmeistertitel für Mödling! Durchschnittsalter der Mannschaft: etwas über 17 Jahre...

 

   Die Loserts -

   eine Fechtfamilie aus Mödling

   In Mödling hatte lange Jahre der k.u.k. Militärfechtmeister Josef Losert gewohnt. In Mödling wuchsen auch seine Söhne Pepi und Rudi zu Spitzenfechtern heran. 18 österreichische Meistertitel gewannen die beiden vor und nach dem Zweiten Weltkrieg, einige davon mit Edi Schwarzer In der Mannschaft des Wiener Fechtklubs.

 

 

   Pepi, der ältere der beiden, war auch der erfolgreichere: 1936 hatte er In Berlin sogar das olympische  Säbel-EinzeIfinale erreicht. Aber Fechten allein – das war den Brüdern zuwenig gewesen: wahrend Rudi als Eishockey-Spieler brillierte, holte sich Pepi auch einen Meistertitel  Im  Rodel-Doppelsitzer.  1933  war  das gewesen, auf seinem Hausberg, dem Anninger.

 

   Pepis Sohn Roland aber übertraf alle - den Großvater, den Vater und den Onkel: dreifacher Junioren-Weltmeister in Florett und Degen, Degen-Weltmeister der allgemeinen Klasse 1963 in Danzig, Florett-Olympiavierter 1964 in Tokio und Degen-Weltcup-Sieger 1968.

 

   Leider hat für die Familie Losert, die seit Mitte der 50er fahre Im deutschen Freiburg lebte, kein Weg nach Österreich, nach Mödling, zurück geführt. Aus beruflichen Gründen mussten Ingrid und Roland die deutsche Staatsbürgerschaft übernehmen. Die WM- und Olympiamedaillen, die Ingrid 1975 erfocht, sie haben leider auf die Bilanz des Deutschen Fechterbundes aufgewertet.

 

   Auch in Mödling trennten sich nach jahrzehntelanger Freundschaft private und fechterische Wege. Wahrend die Damenmannschaft nach wie vor das Aushängeschild des Mödlinger Fechtsports blieb, machte der Verlust eines großen Teiles der Herrenmannschaft der FU KIESSLERBAU schwer zu schaffen. Die Lücke, die Ende der 70er Jahre der Abgang von Peter Efferl, Gerhard Klöbl, Michael Martin und Alfred Wernbacher, um nur die Erfolgreichsten zu nennen, nach Wr. Neudorf riss, sie konnte erst Mitte der 80er Jahre wieder geschlossen werden. Bernd Ziganki und der unermüdliche  Giovanni  Lottspeich erfochten die einzigen Herren-Titel jener Jahre. Lottspeich wurde mit seinen 13 Landesmeister-Titeln und 6 Staatsmeisterschaftsmedaillen auch zu einem der erfolgreichsten Mödlinger In der Vereinsgeschichte.

 

   1978 übernahm eine neue Funktionärsgeneration das Ruder. An ihrer Spitze Peter Berger - wir gedenken seiner In Trauer! In der Bundesländer Versicherung wurde ein neuer Sponsor gefunden. Das Damenflorett-Team blieb weiterhin die stärkste Waffe der FU Mödling BUNDESLÄNDER-VERSICHERUNG: zwischen 1978 und 1988 eroberte es unter Gaby Jahnas Führung 5 Staatsmeistertitel, dazu drei zweite und zwei dritte Plätze. Jahna sorgte auch noch für zwei Staatsmeistertitel im Einzel. 1984 sollte die große Karriere einer großartigen Sportlerin dann zu Ende gehen.

 

   Das vierte Jahrzehnt

   Das Jahr 1982 begann für Mödlings Fechtsport mit einer Tragödie: am 13. Jänner starb völlig unerwartet, erst 71 Jahre alt, Edi Schwarzer. Dreißig fahre lang war er das Um und Auf , die Seele des Vereins gewesen. Fünfzig Jahre insgesamt hatte er dem Fechten gedient. 1911 in Maria Enzersdorf geboren, wurde Schwarzer vorerst ein ausgezeichneter Geräteturner. 1930 kam er zum ersten Mal, wenn auch nur für kurze Zeit, mit dem Fechten in Berührung. 1932 übersiedelte der gelernte Feinmechaniker aus beruflichen Gründen nach Berlin, wo er für den TSV Spandau focht und bald in die Berliner Spitzenklasse aufstieg. Nach Militärdienst und russischer Kriegsgefangenschaft 1946 wieder nach Österreich zurückgekehrt, trat er dem Wiener Fechtklub bei und wurde an der Seite der Brüder Losert zweimal österreichischer Meister im Florett-Mannschaftsbewerb. 1960 - sieben Jahre nach seiner Rückkehr nach Mödling - wurde aus dem Meisterfechter ein Fechtmeister, bestand Schwarzer an der Wiener Akademie der Fechtkunst die Prüfung zum Diplomfechtmeister.

 

   Wenn einer sein Leben dem Fechtsport gewidmet hat. Ist es wohl Eduard Schwarzer gewesen. Seine Schüler haben es Ihm, dem »Onkel Edi«, mit unzähligen Erfolgen gedankt. Die Öffentlichkeit tat es mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Republik, dem Ehrenzeichen des Landes Niederösterreich und dem Goldenen Ehrenzeichen der Stadt Mödling.

 

   So traurig das Jahr 1982 begonnen hatte, so triumphal endete es für Mödlings Fechter! »Was die Ausrichtung und Atmosphäre des Turniers angeht, so bin ich voller Bewunderung. Eine fantastische, familiengerechte, angemessen aufwendige Organisation«,   schrieb Klaus Dieter Güse, Präsident des Deutschen Fechtbundes und ein bekannt kritischer und scharfzüngiger Geist, über die Europameisterscharten 1982. Mit ihnen profilierten sich die Mödlinger auch als Turnierveranstalter auf höchster Ebene. Kein Wunder, dass der Internationale Fechtverband ohne zu zögern in den folgenden  Jahren  ein  Junioren-Weltcup-Turnier  der Säbelfechter nach Mödling vergab und - auch ein Höhepunkt der Vereinsgeschichte - auch die Junioren-Weltmeisterschaft 1990 übertrug.

 

   Eines hat die Mödlinger Turniere immer ausgezeichnet. Sie waren nicht wie so viele andere sportliche Großveranstaltungen in Österreich reiner Selbstzweck, sondern immer und vor allen anderen Dinge ein Podium für die Aktivitäten des Vereins.

 

   Mitte der 80er Jahre war In Mödling dann die vierte und bisher wohl erfolgreichste Generation herangewachsen: Fechterinnen und Fechter, die nicht nur national, sondern auch international reuissierten.

 

   Allen voran wohl Joachim »Benny« Wendt. Der Kärntner, Im Leistungsmodell Südstadt unter Jerzy Piatek zum Spitzenfechter gereift, erfocht 1982 seinen ersten Meistertitel für Mödling. Er war der erste Mödlinger Vereinsfechter, der es zu olympischen Ehren brachte  -  mit der österreichischen Herrenflorett-Mannschaft belegte Wendt in Los Angeles den vierten Platz -, er schaffte auch als erster Mödlinger Weltcup-, Masters- und WM-Finalplacierungen. Vor allem aber erbrachte er den Beweis, dass entsprechende Einstellung vorausgesetzt - auch Österreicher in die Weltklasse vordringen können. Gerade seine Vereinskollegen haben es ihm in den vergangenen, Jahren, nachgemacht:

Michael Ludwig krönte seine bisherige Laufbahn 1991 in Wien mit dem zweiten Platz bei den Europäischen Meisterschaften und dem dritten Rang in der Junioren-Florett-Weltcup-Wertung dieser Saison. Dazu der Finalplatz bei der Juioren-WM in Genua, bei der ihm aber zur Überraschung aller noch ein Vereinskollege den Rang ablief: Sascha Sanbouraktschis fünften Platz hatte wohl niemand erwäget. Welcher Verein - die Tauberbischofsheimer ausgenommen – konnte schon In den letzten Jahren in einer Waffe gleich zwei WM-Finalisten stellen?

 

   Bei den Mädchen gipfelte die stürmische Entwicklung des Damendegens nach Weltcup-Finalplätzen des Trios Birgit Grasnek, Monika (Mader) Wildner und Elisabeth Knechtl in Lisis kaum erhoffter Bronzemedaille bei der Junioren-WM 1991 und dem Gesamtsieg Im Weltcup der Juniorinnen!

 

   Sogar im Säbel, der von Giovanni Lottspeichs Erfolgen abgesehen - jahrelang die einzige Schwachstelle der Mödlinger gewesen war, ist zumindest die nationale Spitze erreicht worden.

 

 

   Das fünfte Jahrzehnt

   Das Jahr 1992, eines der wohl erfolgreichsten Jahre für den Mödlinger Fechtsport, begann leider ebenso wie das Jahr 1982 mit dem Tod eines seiner wichtigsten Mitglieder. Peter Berger, Obmann der Fecht-Union-Mödling und Präsident des Österreichischen Fechtverbandes starb für alle völlig überraschend, kurz vor der 40-jahr-Feier. Er war der Motor für die sportlichen Erfolge im Verein und den guten Ruf als Turnierveranstalter. Als Präsident des OFV war er auch für die Erneuerung im österreichischen Fechtsport verantwortlich.

 

Ab diesem Zeitpunkt übernahm das bereits zu diesem Zeitpunkt dienstälteste Mitglied, Richard Martin, die Funktion des Obmanns der Fecht-Union-Mödling.

 

   Sportlich gesehen war das Jahr 1992 ein »Superjahr« für die Mödlinger Fechter. Bei der .Junioren EM in Innsbruck wurde Michael Ludwig Vize-Europameister im Herrenflorett. Diese Leistung war ihm aber noch nicht genug. Bei der Europameisterschaft der Allgemeinen Klasse In Lissabon schaffte er als erster Österreicher auch noch den Europameister Titel. Lisi Knechtl wurde Vize-Europameisterin im Damen Degen.

 

   In diesem Jahr konnten sich Michael Ludwig und Benny Wendt mit Ihren hervorragenden Leistungen für die Teilnahme an den Olympischen Spiele In Barcelona qualifizieren. Marco Falchetto verfehlte die Olympiaqualifikation nur um Haaresbreite.

 

   Die hervorragende Arbeit der Mödlinger Fechter und ihrer Trainer bewiesen auch die konstanten Spitzenleistungen der folgenden Jahre. Nach dem Europameister Titel von Michael Ludwig, schaffte auch Benny Wendt diesen Titel bei der Europameisterschaft in Linz 1993. In diesem Jahr erfocht auch Marco Falchetto die Bronzene bei der Junioren WM im Herrenflorett und Lisi Knechtl als erste Österreicherin den Gesamtweltcup Allgemeine Klasse Damen Degen.

 

   Dieser Erfolgsfaden riss auch in den darauf folgenden Jahren nicht ab. Mit einer EM Bronze Medaille in Krakau 1994 durch Benny Wendt und einer Bronze Medaille in der Mannschart bei der Militär WM mit Ludwig, Falchetto und Wendt ging es weiter. 1995 erlangte Gerd Selbrechter bei der Junioren WM und EM jeweils eine Bronze Medaille.

 

   Als erster Verein in der Geschichte des österreichischen Fechtsportes qualifizierte sich eine komplette Vereinsmannschaft (Ludwig, Falchetto, Salbrechter und Wendt) für die Olympischen Spiele 1996 In Atlanta und belegte den hervorragenden 4. Platz. Eine derartige Leistung konnte nur noch von Tauberbischofsheim erreicht werden

 

   1997 konnte erstmals auch der Mannschaftsweltcup mit Ludwig, Falchetto und Salbrechter im Herren Florett gewonnen werden. Bei der EM In Danzig erreichte Michael Ludwig den hervorragenden  3. Platz. Im Jahr darauf wurde durch unsere Musketiere der Sieg im Mannschaftsweltcup verteidigt und mit den 3. Plätzen bei der EM In Plovdiv durch Michael Ludwig im Einzel und Ludwig, Falchetto und Salbrechter in der Mannschaft die Spitzenleistungen der Mödlinger Fechter noch unterstrichen.

 

   Die letzten Jahre waren gekennzeichnet durch die Silbermedaille von Michael Ludwig bei der Universiade 1999 und der Bronzemedaille bei der Militär WM, der Silbermedaille In der Mannschaft bei der EM in Madeira (Ludwig, Salbrechter, Falchetto), dem l. Platz von Michael Ludwig beim WC-Turnier in Venezuela, sowie der Silbermedaille der HFL-Mannschaft beim Europacup in Paris und der Olympia Qualifikation 2000 von Michael Ludwig. Im Jahr 2001 erreichte die HFL-Mannschaft beim Europacup in Paris den 3. Platz.

 

   Die Verbindung mit dem Leistungsmodell Südstadt, die Heranziehung hauptberuflicher Trainer wie Johann »Giovanni« Lottspeich und Lajos Szlovenszky und die oftmals unbedankte uneigennützige Unterstützung von Funktionären und schließlich auch von Eltern im Hintergrund trugen dazu bei, dass das letzte Jahrzehnt nicht nur zum erfolgreichsten der Vereinsgeschichte, sondern zu einem der erfolgreichsten des österreichischen Fechtsportes überhaupt wurde.

 

   86 Meistertitel (41 im Einzel und 48 in der Mannschaft) geben Zeugnis von der »Fechthochburg Mödling«. Alleine im letzten Jahrzehnt stellte die Fecht-Union-Mödling über 60% aller Staatsmeister.

 

   Rekordverdächtig sind jene 36 Titel, die Birgit Grasnek in allen Waffen (Florett, Degen und Säbel)

gewann. Ebenso muss man die hervorragenden Leistungen von Monika Wildner aufzählen, welche die letzten Jahre Im Damen Degen sowohl national als auch international durch etliche Meistertitel und Finalplatzierungen bei Weltcupturnieren dominierte.

 

   Die Fecht-Union-Mödling ist aber auch vorbildlich in der Organisation von sportlichen Großereignissen. Alljährlich finden In Mödling drei Weltcupturniere – zwei Junioren und eines für die allgemeine Klasse - statt.

 

   Fechten ist ein Sport, der körperliche und geistige Fähigkeiten erfordert. Das Zusammenspiel von körperlicher Fertigkeit mit Kreativität wird auch als Fechtkunst bezeichnet. Diese wahrhaft »brotlose« Kunst mit jahrhundertlanger Tradition erregt allerdings kaum mediale Aufmerksamkeit. Ungeachtet des Immer schwierigeren Umfeldes wird sich die Fecht-Union-Mödling auch in Zukunft im Einklang mit den Eltern, Trainern und den Funktionären bemühen, an Steile publikumswirksamer Spektakel, unsere Jugend für den Fechtsport so zu begeistern, dass sie an die Erfolge der ersten 50 Jahre anschließen kann.